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Interview mit unserer Geflügelexpertin Frau Dr. Sewerin

In den kommenden Monaten wird uns Frau Dr. Sewerin, eine Tierärztin aus dem schönen Norden Deutschlands, mit Rat und Tat zur Seite stehen! Frau Dr. Sewerin wird zudem ab nächstem Jahr „Kurse für Hühnerhalter“ veranstalten! Mehr dazu bald im Omlet Blog! Wir haben die Tierärztin und Vollblut-Hühnerhalterin interviewt:

Hallo Frau Dr. Sewerin, verraten Sie uns, wo Sie leben?
Ich lebe auf dem platten Land nahe der niederländischen Grenze. Unsere Hühner haben das Glück, viel Platz ringsherum zu haben!

Was macht Sie zur Expertin für Hühnerhaltung?
Ich bin Tierärztin und habe auf dem Gebiet der Hühnerhaltung promoviert. Dabei ging es insbesondere um das Verhalten und Tierschutzaspekte. Seit einigen Jahren halten wir auch privat einige glückliche Hühner.

Wieviele Hühner haben Sie und um welche Rasse handelt es sich.
Zur Zeit haben wir 8 Hennen. Jedes Huhn ist eine kleine Persönlichkeit. Manchmal kann man alleine an der Stimme erkennen, wer da gerade spricht. Hier ein kurzer Einblick::

Wie kamen Sie dazu, selbst Hühner zu halten?
Eigentlich durch unsere Tochter, die sich unbedingt ein Tier wünschte. Da wir schon einen Hund haben und für meinen Mann kein weiteres Tier im Haus in Frage kam, haben wir uns für Hühner entschieden. Anfangs dachten wir hauptsächlich an den Nutzen: gesunde Eier von
glücklichen Hühnern! Nun sind alle in unserer Familie hin und weg vom Wesen und Unterhaltungswert der Hühner.

Gibt es einen Grund, warum Sie sich für diese Rassen entschieden haben?
Uns ist wichtig, dass wir gesunde, nicht quälgezüchtete Tiere kaufen, die gut getarnt (wir haben viele Raubvögel!) und zutraulich sind. Ein guter Mix rundet das Ganze ab und macht es spannend! So weiß man nach kurzer Zeit sogar, wer welches Ei gelegt hat!

Würden Sie sagen, dass die Rassen sich für Einsteiger eignen?
Ja, wobei das Zwerg-Welsumer auf Grund seiner anfänglichen Scheuheit von allen eventuell am wenigsten. Wenn man mal ein Huhn hochnehmen muss, kann es dann schwer werden, es tagsüber einzufangen – Zwerg-Welsumer sind sehr wendig! Aber natürlich gibt es auch hier individuelle Unterschiede. Aufzucht, Genetik und die weiteren Umweltbedingungen spielen eine Rolle.

Welchen Stall nutzen Sie?
Wir besitzen den ersten Eglu Cube MK1 in gelb mit verlängertem Auslauf plus einen permanenten, übernetzten Auslauf von 155 m² sowie eine etwa 30 m² Fläche, die mit Folie überzogen ist. Der Auslauf ist mit Büschen und 5 Aufbaummöglichkeiten strukturiert und wann immer es möglich ist, bekommen die Tiere sogar unbegrenzten Freilauf in ein angrenzendes Waldstück.

Der Eglu Cube ist wirklich sehr praktisch, hygienisch und bei den Hühnern beliebt. Wir haben noch einen Holzstall für besondere Zwecke wie Eingewöhnung neuer Hühner, aber dieser ist sozausagen unbenutzt, da die Hühner ihn nicht annehmen wollen.

Haben Sie noch andere Haustiere?
Ja, einen Hund. Und über unseren Gartenzaun schauen Nachbars Kühe direkt in unsere Küche!

Haben Sie einen Tipp für Menschen, die gerade erst damit beginnen, Hühner zu halten?
Suchen Sie sich einen vertrauenswürdigen Rassezüchter oder Hobbyhalter, bei dem es den Tieren gut geht. Will man die Massentierhaltung nicht fördern, sollte man nicht bei den „rollenden“ Geflügelhändlern kaufen. Ansonsten unterstützt man derartige, kritikwürdige Elterntierhaltung und Junghennenaufzucht.

Jetzt, da der Winter vor der Tür steht: Was sollte man über die Haltung von Hühnern in der
kalten Jahreszeit wissen?
Sorgen Sie dafür, dass das Wasser nicht gefriert. Dazu stellt man einen dicken, gut isolierten Napf mit warmem Wasser an eine geschützte Stelle, wechselt das Wasser regelmäßig oder besorgt sich einen Tränkewärmer.

Außerdem sollte man dafür sorgen, dass es eine trockene, schneefreie Stelle im Auslauf gibt. Gerne kann man dort regelmäßig Laub gemischt mit einigen Weizenkörnen o. ä. ausstreuen, damit die Tiere was zum Suchen und Scharren haben. Eine trockene Ecke mit Sandbademöglichkeit darf nicht fehlen. Aufbaummöglichkeiten sollten sowieso immer auch tagsüber vorhanden sein, erst recht im Winter: gut gegen kalte Füße! Damit die Tiere etwas geschützt sind, sollte je nach Gegebenheiten ev. ein Windschutz auf Hühnerhöhe angebracht werden. Man kann den Auslauf des Eglus einfach in einen windgeschützten und schneefreien Bereich verwandeln. Es gibt die Allwetterfolie und den Windschutz von Omlet zu kaufen. Wenn es sehr kalt wird, kann man den gesamten Auslauf rundherum mit Gewächshausfolie, kombiniert mit Luftpolsterfolie, versehen, so dass es innen ein paar Grad wärmer und windstill ist. Um Energie zu sparen und es den Hühnern etwas gemütlicher zu machen, kann man sich für den Notfall ganz kalter Nächte Aluautoscheibenisolierfolie besorgen und diese um den Eglustall legen und mit Klebeband befestigen. Die Kotschublade lässt sich mit einer exta dicken Lage Stroh oder Zeitungspapier isolieren. Am einfachsten ist es sicherlich, die Antifrosthülle von Omlet zu benutzen.

Man muss weiterhin auf gute Belüftung im Stall achten, denn die Ausdünstungen der Ausscheidungen sammeln sich sonst schnell im Innenraum an und reizen die Atemwege. Gute Belüftung ist auch wichtig, um die Luftfeuchtigkeit abzuführen, damit die Tiere sich nicht erkälten.

Ein paar zusätzliche Vitamine in Form von Obst, Gemüse und Kräutern können der Abwehr jetzt ein wenig auf die Sprünge helfen. Auch Zwiebeln, Knoblauch und Lauch kleingeschnibbelt, gemixt mit „Geschmacksverstärkern“ wie Haferflocken, geraspelten Möhren, Joghurt und Öl sind sehr beliebt.

Ist die Mauser abgeschlossen, ist nun ein guter Zeitpunkt, um möglicherweise eine Wurmkur durchzuführen. Sind Hühner stark mit Würmern befallen, schwächt sie dies sehr.

Sie haben eine Frage, die Ihnen schon lang auf der Seele liegt? Dann schreiben Sie uns! Wir werden alle Fragen an Frau Dr. Sewerin weiterleiten und die Antworten dann hier veröffentlichen. Bitte senden Sie Ihre Frage an eileen@omlet.de.

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