Der Omlet Deutschland Blog

400.000 Jahre Abkühlung: Vom alten Ägypten bis zum Eglu

Eine Zeitleiste, die die Geschichte der Isolierung zeigt – angefangen bei den frühen Menschen, die bereits 400.000 v. Chr. Pelze und Felle nutzten, um Körperwärme zu speichern, bis hin zur Erfindung des Eglus im Jahr 2004.

Seitdem wir Menschen Unterkünfte bauen, versuchen wir, dem Wetter einen Schritt voraus zu sein.

Von Mammuthäuten, die in der Eiszeit über Hütten gespannt wurden, bis hin zu Schafwolle, die in mittelalterliche Mauern gestopft wurde – das Bestreben, Dinge warm oder kühl zu halten, hat über Jahrtausende hinweg den Erfindergeist beflügelt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren wir ziemlich gut darin geworden, Dinge zu isolieren. Wir hatten unsere Häuser mit Isoliermaterial umhüllt, es in unsere Kleidung eingenäht und in alltägliche Produkte integriert.

Bei Hühnerställen schien diese Erkenntnis jedoch nicht angekommen zu sein. Als Omlet-Mitbegründer James anfing, Hühner zu halten, tat er das, was die meisten Anfänger taten: Er baute einen traditionellen Holzstall. Wie die meisten Menschen erkannte er schnell dessen Mängel. Es wurde feucht darin, die Reinigung war mühsam, und die Rote Vogelmilbe sah darin eine luxuriöse Unterkunft.

Es musste eine bessere Möglichkeit geben

James studierte zu der Zeit Industriedesign – ein Fachgebiet, das Ingenieurwesen mit Produktdesign verbindet. „Bei einem guten Design kommt es vor allem auf die Wahl des richtigen Materials an“, sagt er. Diese einfache Idee sollte schließlich zur Basis des Eglus werden.

Omlet-Gründer Hanns, James, Simon und Will zur Anfangszeit von Omlet, auf Hühnerställen sitzend und mit Hühnern auf dem Schoß.
(L-R) Hanns, James, Simon and Will in the early days of Omlet.

Der Roadtrip

Nach dem Studium tat James sich mit Simon, Hanns und Will zusammen, ebenfalls Design-Absolventen. Gemeinsam machten sie sich daran, die Hühnerhaltung von Grund auf neu zu überdenken. Ihr erster Schritt? Eine Reise zu verschiedenen Betrieben für Kunststoffspritzguss.

Das war zwar nicht ganz so glamourös wie die Erfindung des nächsten Smartphones, aber für Omlet erwies es sich als der entscheidende Moment. Auf der Suche nach Ideen, die die Probleme lösen könnten, die sie mit herkömmlichen Ställen hatten, besuchte das Team Hersteller, die einfach alles produzierten, von Industriekomponenten bis hin zu Schiffsausrüstung. Am Ende der Reise sind sie auch fündig geworden. James erinnert sich: „Als wir zurückkamen, dachten wir: ‚Oh mein Gott. Hohlkörper aus Kunststoff sind einfach unglaublich.‘“

Der Durchbruch bestand nicht einfach darin, dass Kunststoff sich von Holz unterschied – sondern, dass die doppelwandige Konstruktion gleich mehrere Probleme auf einmal löste. Die Hohlwände schlossen eine Luftschicht ein und bildeten auf diese Weise eine isolierende Barriere, während das Material selbst stabil, leicht zu reinigen und feuchtigkeitsbeständig war und sich zu glatten Oberflächen formen ließ – ohne die Risse und Spalten, die die Rote Milbe so liebt. Eine einzige Design-Entscheidung löste eine überraschend lange Liste von Problemen.

Mehr als nur Wärme

Wenn Menschen das Wort „Isolierung“ hören, denken sie meist an den Winter. Tatsächlich funktioniert sie jedoch in beide Richtungen: Sie hält im Sommer die Hitze draußen und im Winter die Wärme drinnen. Der Clou bestand jedoch nicht darin, den Stall in eine riesige Thermoskanne zu verwandeln. Hühner brauchen frische Luft genauso sehr wie Schutz vor den Witterungseinflüssen, weshalb die Belüftung von Anfang an in den Eglu integriert wurde.

Omlets Design-Manager Josh erklärt: „Man stelle sich vor, man beträte an einem heißen Tag einen Gartenschuppen. Es ist darin stickig, heiß und die Luft fühlt sich abgestanden an.“ Traditionelle Hühnerställe können genau dasselbe Problem aufweisen. Die doppelwandige Konstruktion der Eglus verlangsamt den Wärmeaustausch, während sorgfältig platzierte Lüftungsöffnungen dafür sorgen, dass frische Luft durch den Stall zirkuliert. Zusammen tragen sie dazu bei, die Temperatur zu regulieren, die Feuchtigkeit zu kontrollieren und gleichzeitig für eine gute Luftzirkulation zu sorgen.

Die raffinierten Details, die nie bemerkt werden

Den meisten Eglu-Besitzern ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass sich in ihrem Hühnerstall mehr als 15 patentierte Design-Merkmale verbergen. Winzige Details, die dazu beitragen, Regenwasser vom Stall abzuleiten. Strukturelle Merkmale, die für zusätzliche Stabilität sorgen, ohne unnötiges Gewicht hinzuzufügen. Belüftungssysteme, die leise im Hintergrund ihre Arbeit verrichten. Es gibt sogar speziell entwickelte Kanäle, die verhindern, dass Wasser an Stellen eindringt, an denen es nichts zu suchen hat. Das ist oft das Kennzeichen einer großartigen Konstruktion: Wenn etwas so gut funktioniert, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt.

Für Großbritannien entworfen. Überall beliebt.

Der Eglu wurde ursprünglich für das britische Wetter konzipiert – kalt, feucht und oft unvorhersehbar. Was das Team überraschte, war, wie gut sich dasselbe Design auch anderswo bewährte.

Eine Frau und ein Mädchen mit Hühnern vorm Eglu Pro

Als Omlet weltweit expandierte, berichteten Kunden von Vorteilen, die die Designer ursprünglich nicht ausdrücklich eingeplant hatten. In Regionen wie Florida lobten die Besitzer die Widerstandsfähigkeit des Stalls gegenüber Feuchtigkeit, Nässe und Schädlingen. Andere stellten fest, dass seine robuste Bauweise extremen Wetterbedingungen wie Stürmen beeindruckend gut standhielt.

Eglu Pro banner

Wie sich herausgestellt hat, hält etwas, das so konzipiert wurde, dass es den launischen britischen Winter übersteht, so einiges aus. Die Bedeutung des Eglus wurde sogar über die Welt der Hühnerhaltung hinaus anerkannt – er sicherte sich neben einigen der bekanntesten Innovationen des Landes einen Platz in der V&A-Ausstellung „Best of British Design“. Nicht schlecht für einen Hühnerstall.

Vom Stall zum Wasserspender

Isolierten Wasserspender für Hühnererfunden. Möchtest du mehr darüber erfahren?Hier kannst du seine Geschichte nachlesen.

Die Bedeutung des Eglus in der Geschichte der Isolierung liegt nicht in der Erfindung eines neuen Materials oder der Entdeckung eines neuen wissenschaftlichen Prinzips. Es geht vielmehr um eine einfache Frage: Warum machen wir das immer noch so? Mehr als 20 Jahre, nachdem James, Simon, Hanns und Will sich erstmals daran gemacht haben, den Hühnerstall neu zu überdenken, ist es diese Frage, die Omlets Design-Team auch heute noch antreibt.

This entry was posted in Hühner


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *