Mehr als nur ein Huhn: Der Schutz seltener Rassen in Großbritannien mit Jimmy Doherty

Vom kurzbeinigen Schottischen Krüper (Scots Dumpy) bis hin zum aus Suffolk stammenden Ixworth-Huhn – jede der traditionellen britischen Hühnerrassen hat ihre eigene Geschichte zu erzählen. Wir haben uns mit Jimmy Doherty von Jimmy’s Farm getroffen, um über seltene Rassen zu sprechen, warum ihr Schutz wichtig ist, und welchen Beitrag Hühnerhalter im Alltag dazu leisten können, dass diese Rassen auch für künftige Generationen erhalten bleiben.
Wer genug Zeit mit Hühnern verbringt, wird schnell feststellen, dass es etwas wie „nur ein Huhn“ gar nicht gibt. Zwischen den verschiedenen Rassen gibt es enorme Unterschiede – vom Temperament über das Aussehen bis hin dazu, wie gerne sie herumstreifen und nach Futter suchen –, und hinter vielen der einheimischen britischen Rassen verbirgt sich eine Geschichte, die Hunderte von Jahren zurückreicht. Für Jimmy Doherty, Landwirt, Naturschützer, Vizepräsident des Rare Breeds Survival Trust (Organisation zum Schutz seltener Nutztiere) und Schirmherr des British Hen Welfare Trust (britische Tierschutzorganisation zur Rettung von Legehennen), sind sie genau deshalb schützenswert.
„Seltene Rassen sind ein lebendiger Teil unserer Geschichte“, sagt er. „Diese Rassen wurden über Generationen hinweg gezüchtet, oft speziell für bestimmte Regionen, und wenn eine Rasse einmal verloren gegangen ist, kann man sie nicht so einfach wieder zurückholen.“
Ein Stück lebendige Geschichte
Jimmys Farm & Wildpark in Suffolk beherbergt einige tolle Exemplare, darunter Buff Orpingtons, Scots Greys und die einfach unverwechselbare Schottische Krüper, eine alte Rasse, die für ihre auffallend kurzen Beine bekannt ist. Eine der Rassen hat eine besondere Verbindung zu diesem Hof … „Da würde ich wohl die Ixworth sagen müssen“, antwortet Jimmy, als wir ihn bitten, einen Favoriten auszuwählen. „Da schwingt auch ein bisschen lokale Voreingenommenheit mit, weil wir in Suffolk sind und es sich um eine Rasse aus Suffolk handelt, aber genau deshalb halte ich sie für so wichtig.“ Die von Reginald Appleyard gezüchtete und nach dem Dorf Ixworth in Suffolk benannte Rasse ist fest in der Region verwurzelt.
„Wenn man durch Großbritannien reist, entdeckt man all diese wunderbaren Rassen, die einem etwas über die Region erzählen, aus der sie stammen, und auch über die Menschen, die dort Landwirtschaft betrieben haben.“ Für Jimmy geht es bei der Erhaltung dieser Rassen nicht darum, ein Stück Vergangenheit um ihrer selbst willen zu bewahren. „Bei der Erhaltung seltener Rassen geht es nicht darum, etwas in einem Museum am Leben zu erhalten. Die Haltung dieser Tiere muss einen Zweck haben und sie brauchen Menschen, die sie halten, züchten und wertschätzen.“


Warum Vielfalt wichtig ist
Es gibt auch einen praktischen Grund, diese Vielfalt zu schützen. „Es geht hier auch um genetische Vielfalt“, erklärt Jimmy. „Die moderne Landwirtschaft stützt sich auf eine relativ kleine Anzahl hochproduktiver Rassen und Zuchtlinien, aber man weiß nie, welche Eigenschaften wir in Zukunft brauchen werden.“ Das könnte Robustheit oder Krankheitsresistenz sein oder die Fähigkeit einer Rasse, im Freien zu leben und sich an das sich wandelnde Klima anzupassen. Traditionelle Rassen können Eigenschaften mitbringen, die sich nicht unbedingt daran messen lassen, wie viele Eier im Nest landen.
„Einige der modernen kommerziellen Legehennenrassen wurden speziell darauf gezüchtet, große Mengen an Eiern zu legen, während traditionelle Rassen zwar weniger Eier legen, dafür aber andere Eigenschaften mitbringen: Robustheit, Langlebigkeit, die Fähigkeit nach Futter zu suchen, Bruttrieb oder Eignung für eine bestimmte Umgebung.“
Auch die Rasse kann einen großen Einfluss auf das Temperament haben. Die Buff Orpingtons auf Jimmys Hof sind im Allgemeinen ruhig und freundlich, während die Scots Grey von Natur aus wachsamer und aktiver sind – doch es geht über die Rasse hinaus. „Natürlich ist auch jedes Huhn ein Individuum“, fügt Jimmy hinzu. „Wenn man genug Zeit mit ihnen verbringt, merkt man schnell, dass sie alle ihre eigene Persönlichkeit haben.“ Hühnerhalter muss man davon wahrscheinlich nicht erst überzeugen.
Der Schutz seltener Rassen kann schon im eigenen Garten beginnen
Seltene Rassen zu erhalten klingt, als könne das nur an Orten wie Jimmys Farm geschehen, aber auch ganz normale Hühnerhalter können einen Beitrag leisten. Wie groß ist dieser Beitrag? Laut Jimmy: „Riesig!“
„Artenschutz findet nicht nur in Wildparks, Zoos oder durch spezialisierte Züchter statt. Wenn jemand über den nötigen Platz verfügt und sich gründlich informiert hat, kann die Haltung einer einheimischen Rasse tatsächlich dazu beitragen, diese Rasse zu erhalten und im Bewusstsein der Öffentlichkeit präsent zu halten.“ Recherche ist wichtig – Jimmy empfiehlt, sich darüber zu informieren, welche Rassen gefährdet sind, und mit Zuchtverbänden sowie verantwortungsbewussten Züchtern zu sprechen, bevor man entscheidet, welche für einen selbst die Richtige ist.
„Was erwartet man von den Hühnern? Will man Eier? Möchte man eine seltene Rasse erhalten? Wie viel Platz ist vorhanden? Wie viel Zeit kann ihnen gewidmet werden?“ Man kann sich sehr leicht von einem besonders flauschigen oder hübsch aussehenden Huhn verzaubern lassen, aber bei der Auswahl einer Rasse kommt es auf mehr als nur das Aussehen an.
„Manchmal entscheiden sich Menschen für ein Huhn, weil ihnen sein Aussehen gefällt, aber die verschiedenen Rassen können sich sehr unterschiedlich verhalten“, sagt Jimmy. „Ich rate den Leuten immer, sich vorab gut zu informieren und eine Rasse auszuwählen, die zu den gebotenen Lebensbedingungen passt.“
Unterschiedliche Hühner, unterschiedliche Bedürfnisse
Die Unterschiede werden ziemlich deutlich, wenn man eine große Buff Orpington neben einem kurzbeinigen Schottischen Krüper stellt. „Nicht alle Hühner sind gleich gebaut“, sagt Jimmy.
Orpingtons sind große, schwere Vögel, während die Körperproportionen eines Schottischen Krüpers andere Berücksichtigungen erfordern. Aktivere Rassen benötigen hingegen reichlich Gelegenheit zum Erkunden und für die Futtersuche. Deshalb geht es bei einer guten Haltung um mehr als nur darum, wie viele Hühner ein Platz technisch gesehen aufnehmen kann. „Man muss sich die Hühner vor Augen führen und sich fragen, ob diese Umgebung es ihnen ermöglicht, ihr natürliches Verhalten auszuleben und sich darin wohlzufühlen.“
Natürlich gibt es Grundbedürfnisse, die jedes Huhn hat, darunter einen trockenen, sicheren Schlafplatz, gute Belüftung und Schutz vor Raubtieren. Außerdem braucht es Platz und die Möglichkeit, zu scharren, nach Futter zu suchen, Staubbäder zu nehmen und einfach Huhn zu sein. „Gute Haltungsbedingungen sind nicht besonders glamourös“, sagt Jimmy, „aber sie sind die Grundlage für eine artgerechte Tierhaltung.“
Seltene Hühnerrassen und Omlet
Jimmys seltene Rassen sind vor kurzem in Omlet-Ställe umgezogen, daher wollten wir natürlich wissen, was sie davon halten …
„Sie kommen wirklich gut zurecht! Hühner sind von Natur aus neugierige Tiere, daher gibt es immer eine Phase, in der sie alles erkunden und sich zurechtfinden, wenn man etwas in ihrer Umgebung verändert.“ Für Jimmy und das Team ist es vor allem die Zweckmäßigkeit der Ställe, die überzeugt hat. „Wenn man sich täglich um Tiere kümmert, merkt man schnell, dass es bei cleverem Design nicht um Spielereien geht – sondern darum, die alltäglichen Aufgaben zu vereinfachen und den Tieren gleichzeitig das zu bieten, was sie brauchen.

Das Reinigen spielt dabei eine große Rolle – es gehört zu den Aufgaben, die jeder Hühnerhalter erledigen muss, und je einfacher es ist, dies ordentlich zu tun, desto besser.
„Sauberkeit ist besonders wichtig, denn wenn sich etwas nur schwer und zeitaufwendig reinigen lässt, besteht immer die Gefahr, dass es nicht so gründlich oder so häufig gereinigt wird, wie es sollte. Alles, was eine gute Tierhaltung einfacher und konsequenter macht, ist positiv zu bewerten. Die Tatsache, dass die Omlet Eglu Hühnerställe leicht zugänglich und einfach zu reinigen sind, ist ein großer Vorteil, und wenn man etwas hat, das robust und sicher ist, gibt das einem zudem ein beruhigendes Gefühl.“
Die Ställe bieten den Besuchern von Jimmys Farm zudem die Möglichkeit zu sehen, wie eine gute Hühnerhaltung aussehen kann – das ist besonders nützlich, wenn sie nach dem Kennenlernen der Bewohner darüber nachdenken, sich selbst eine eigene Schar anzuschaffen. „Die Leute sehen hier unsere Hühner, verlieben sich in sie und fragen sich dann oft: ‚Könnte ich zu Hause auch Hühner halten?‘ Es ist daher wirklich nützlich, eine gute Unterbringung wie die Omlet Eglu Hühnerställe vorzeigen zu können.“
Näher hinsehen
Was hofft Jimmy also, dass die Menschen nach der Begegnung mit diesen Hühnern mitnehmen?„Ich würde mir wünschen, dass sie aufhören, ein Huhn einfach nur als Huhn zu betrachten!“ Ein Ixworth ist kein Schottischer Krüper, ein Buff Orpington ist es genauso wenig. Wenn man sich erst einmal damit beschäftigt, woher diese Rassen stammen und was sie auszeichnet, gibt es noch so viel mehr zu entdecken.
„Wir sollten nicht davon ausgehen, dass es diese Rassen, nur weil es sie schon seit Hunderten von Jahren gibt, automatisch auch noch weitere Hunderte von Jahren geben wird.“
Für manche Hühnerhalter könnte das bedeuten, eine traditionelle Rasse als zukünftige Schar in Betracht zu ziehen. Für andere könnte es einfach bedeuten, eine Rasse zu entdecken, von der sie noch nie zuvor gehört haben, einen verantwortungsbewussten Züchter zu unterstützen oder mehr über die Arbeit des Rare Breeds Survival Trust zu erfahren.
„Letztendlich schützt man, was man schätzt“, sagt Jimmy. „Und bevor die Menschen diese Rassen schätzen können, müssen sie erst einmal wissen, dass es sie gibt.“
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