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Alles, was Sie über die Haltung von Hähnen wissen sollten

Die meisten Hühnerhalter beschränken ihr Interesse auf Hühner und Eier. Hähne – oder Gockel, wie sie im Süden Deutschlands und in Österreich gern genannt werden-, stehen einfach nicht auf ihrer Liste. Schließlich sind Hähne äußerst territorial, darauf bedacht, ihre Hennen zu verteidigen, und berühmt dafür, frühmorgens besonders laut zu sein!

Aber sie sind auch schöne Vögel, und wenn Sie vorhaben, Ihre Hühnereier auszubrüten, werden Ihre Hennen nunmal die Aufmerksamkeit eines Hahns brauchen..

Wenn Sie daran denken, Ihrer Herde einen Hahn hinzuzufügen, sollten Sie die folgenden Vor-und Nachteile, – oder ‚Cockadoodle-DOs und -DON’Ts‘- in Betracht ziehen.

Zuerst die Vorteile

Hähne sehen fantastisch aus, wenn sie durch ihr Gebiet stolzieren. Ihre riesigen Kämme und Kehllappen wackeln wie Pudding, ihre prächtigen Federn am Hinterleib und ihre ‚Mähne‘ aus spitzen Nackenfedern sind wunderbar auffällig, und ihre Haltung erinnert an jemanden, der gerade auf die Tanzfläche spaziert ist, um ein paar ‚coole Moves‘ hinzulegen.

Aber es geht nicht nur um Schönheit. Hähne halten stets ein Auge auf Gefahren und werden jeden Eindringling bekämpfen, von dem sie glauben, dass sie ihn bewältigen können. Der Vogel ist nicht so dumm, Hunde oder Katzen anzugreifen, aber er wird ihnen durch Körpersprache und Alarmrufe deutlich machen, dass sie nicht willkommen sind. Dies gibt den Hennen Zeit in ein Versteck zu flüchten, und der Hahn wird ebenso den Rückzug antreten, wenn es wirklich gefährlich zu werden droht.

Ein Hahn sorgt außerdem für Harmonie in einem Hühnerstall, indem er dafür sorgt, dass alles in Ordnung ist und keine seiner Hennen schikaniert wird, -ein bisschen wie ein gutmütiger Schäferhund.

Wenn Sie Küken ausbrüten wollen, ist die Beschäftigung eines Hahns Ihre einzige Möglichkeit. Befruchtete Eier sind nach wie vor essbar, solange Sie die Eier täglich sammeln. Ein befruchtetes Ei, das der Wärme einer brütenden Henne entzogen wird, entwickelt sich nämlich nicht zu einem Küken.

Und die Nachteile?

Wenn Sie in einer Stadt oder einem Dorf leben, kann Lärm ein Problem mit den Nachbarn sein. In vielen Gebieten der USA sind Hähne aus diesem Grund verboten. Wenn Ihre Vorschriften allerdings kein völliges Verbot für männliche Hühner vorsehen, haben Sie das Gesetz zumindest auf Ihrer Seite…Aber was ist mit den zornigen Nachbarn?

Die Ironie der Sache ist, dass Menschen, die Hähne halten – und viele andere auch – den Klang des frühmorgendlichen Hahnenschreis lieben. Als Autor dieses Beitrags hebe ich meine Hand und bekenne, dass ich den Klang eines Hahns bei Tagesanbruch liebe, – und ich lebe in einem Dorf, in dem ein halbes Dutzend Hähne frühmorgens im Wettstreit stehen. Es klingt wesentlich besser als Automotoren und das Zuschlagen von Türen, wenn Leute sich auf den Arbeitstag vorbereiten. Wenn Menschen mit dem Lärm von Straßen-, Schienen- und Flugverkehr leben können, dann können sie sich doch sicher auch an den wunderbaren Klang aus der vollen Kehle eines Hahns gewöhnen?

In vielen Fällen leider nicht, und ein krähender Hahn kann Gegenstand von Argumenten und Vorwürfen werden. Wenn Sie also Nachbarn in der Nähe haben, können Sie dieses Thema nicht ignorieren. Beginnen Sie zunächst daher damit, mit allen zu sprechen, die in Ihrer Nähe wohnen, und finden Sie heraus, was sie von der Idee halten, morgens einen Hahn krähen zu hören. Man kann ja nie wissen, vielleicht sind sie richtig begeistert von der Aussicht auf einen neuen Wecker!

Es gibt auch Möglichkeiten, Hähne morgens, bevor alle aufgestanden sind, ruhig zu halten. Manche Leute schwören auf ‚Anti-Kräh-Kragen‘, Klettverschlüsse, die den Luftstrom zum Kehlkopf des Hahns einschränken. Sie verletzen die Vögel nicht und beeinträchtigen auch ihre Atmung nicht, sie verwandeln nur das laute KICKERI-KI! in ein wesentlich leiseres Gackern. Wenn Sie einen großen Hahn haben, kann Ihnen auch schon ein Stall mit niedrigem Dach helfen. Hähne müssen ihren Hals strecken, um zu krähen, und wenn das Stalldach nicht hoch genug ist, damit er den Hals vollständig strecken kann, muss er warten, bis Sie ihn herauslassen.

Trotz allem, Hähne krähen nunmal von Natur aus, und wenn Sie (oder Ihre Nachbarn) es nicht ertragen können, in aller Herrgottsfrühe geweckt zu werden, sollten Sie vielleicht besser doch nur Hühner halten.

Der Hahn ist nicht nur die ‚Hühner-Version‘ eines Schäferhundes, er ist auch ein Wachhund. Beim Anblick eines Eindringlings lässt er es Sie wissen. Das ist genau die Art von Wachsamkeit, die man von einem Vogel erwarten würde, der einst zum Boten des Sonnengottes erklärt wurde. Und was für ein schönes Bild – er kräht nicht, um jemanden zu ärgern, sondern um die Ankunft der lebensspendenden Sonne anzukündigen! Wer könnte dazu schon nein sagen?

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