Es ist ein ganz besonderes Gefühl, ein warmes Ei aus dem Legenest zu holen, in den Garten zu gehen und aus Zutaten, die man selbst dort angebaut hat, ein Gericht zuzubereiten.
Für Toni Farmer – Professorin für nachhaltige Landwirtschaft, Pädagogin für wissenschaftlich fundierte Gartenarbeit und langjährige Hühnerhalterin – ist das kein Trend. Es ist eine Rückkehr zu den Methoden, die wir früher angewandt haben.
„Wir müssen aufhören, Hühner als die billigste Möglichkeit zu betrachten, an Eier zu kommen“, sagt sie. „Man spart dadurch kein Geld. Man investiert in Ernährungssicherheit.“
Toni hat einen Namen für ihre Lebensweise: „Der Supermarkt im eigenen Garten“. Es ist genau das, wonach es klingt. Kein Spinat mehr? Einfach pflücken. Es werden Kräuter gebraucht? Einfach abschneiden. Frühstück? Die Eier sind schon da.
„Gestern hatte ich Lust auf Spinat zum Abendessen. Im Kühlschrank war keiner mehr, aber ich habe ihn im Garten angebaut“, erklärt sie. „Ich musste nicht zum Laden fahren, kein Benzin verschwenden und auch nicht mehr kaufen, als ich brauchte.“ Stattdessen ging sie nach draußen, pflückte genau die Menge, die sie brauchte, und ging ihrem Tagesablauf nach. „Da fragt man sich schon, warum wir davon überhaupt abgewichen sind.“
Für Toni geht es nicht um Perfektion oder extreme Formen der Selbstversorgung. Es geht um etwas Einfacheres: sich gut zu ernähren, weniger zu verschwenden und wieder eine Verbindung zu dem herzustellen, wo Lebensmittel eigentlich herkommen.
Oft fängt es mit Hühnern an
Für viele Menschen, darunter auch Toni, sind Hühner der Einstieg. Nachdem sie von den Schrecken der kommerziellen Eierindustrie gelesen hatte, traf sie eine spontane Entscheidung. „Ich ging zu meinem Mann und sagte: ‚Dieses Wochenende bauen wir einen Hühnerstall.‘“ Und genau das taten sie dann auch. Siebzehn Jahre später hält sie immer noch Hühner – und findet nach wie vor Freude an den kleinsten Momenten. „Es gibt nichts Schöneres, als in den Garten zu gehen und warme Eier einzusammeln. Das fühlt sich wie Magie an.“ Ihre derzeitige Hühnerschar? Die ist nach den Königinnen aus Game of Thrones benannt.
Was Tonis Anlage so produktiv macht, sind nicht nur die Eier oder das Gemüse – es ist die Art und Weise, wie alles miteinander verbunden ist. Lebensmittelreste landen nicht im Müll, sondern bei den Hühnern. Die Einstreu der Hühner wird nicht weggeworfen – sie wird zu Kompost. Dieser Kompost düngt den Garten, und der Garten versorgt den Haushalt. „Das ist ein wirklich guter Drei-Stufen-Kreislauf“, sagt sie. Das Ergebnis sind weniger Lebensmittelabfälle, ein gesünderer Boden und ein System, das sich weitgehend selbst trägt.
Wenn du den Gedanken, eigene Lebensmittel anzubauen, etwas beängstigend findest, dann hat Toni einen ganz einfachen Rat: „Leg einfach los.“ Nicht mit einer kompletten Umgestaltung des Gartens, nicht mit dem Streben nach Perfektion, sondern mit einem kleinen Beet. „Mach es etwa 1,2 mal 2,5 m groß. Baue das an, was du normalerweise kaufst – Tomaten, Gurken, Salat.“ Und akzeptiere, dass nicht alles glatt laufen wird. „Wenn die Pflanzen eingehen oder Insekten alles auffressen, hast du nicht versagt. Du stehst einfach noch am Anfang deiner Lernkurve.“
Wenn du nicht sicher bist, womit du anfangen sollst, empfiehlt Toni, mit Folgendem zu beginnen:
Erbsen – schnell wachsend, pflegeleicht und ideal für Anfänger
Himbeeren – im Handel teuer, überraschend einfach anzubauen und kommen jedes Jahr wieder
„Innerhalb von zwei Jahren wirst du so viele Himbeeren haben, dass du gar nicht glauben kannst, jemals Geld dafür ausgegeben zu haben.“
Eine der erfrischendsten Ideen von Toni ist die Community-Hühnerschar.
Eine der größten Hürden für die Hühnerhaltung ist die Vorstellung, dass sie nicht zum eigenen Lebensstil passt. Urlaub. Vollgepackte Terminkalender. Kosten. Ihre Lösung? Die Arbeit aufteilen. „Ein Haushalt kümmert sich um den Stall. Andere beteiligen sich an den Futter- oder sonstigen Kosten.“ Die Eier werden unter allen aufgeteilt. „Wenn ich meinen Nachbarn sage, dass ich morgen in den Urlaub fahre, würde ich 20 Hilfsangebote bekommen“, sagt sie. „Hauptsächlich weil sie die Eier haben möchten.“
Für Toni ist diese Rückkehr zum Eigenanbau keine Nostalgie – sie ist eine Notwendigkeit.„Der Klimawandel bedroht unsere Nahrungsmittelversorgung,“ sagt sie. „Es ist wahrscheinlich an der Zeit, dass wir uns diese Fähigkeiten aneignen.“
Aber neben ihrer Anpassungsfähigkeit gibt es noch etwas anderes: Freude. Die Freude, nach draußen zu gehen, anstatt mit dem Auto zum Laden zu fahren. Die Freude, mit Zutaten zu kochen, die man selbst angebaut hat. Die Freude, genau zu wissen, woher das Essen stammt. Und natürlich die Freude, ein warmes Ei in der Hand zu halten und wertvolle Zeit mit den Hühnern zu verbringen.
Wenn es eine Botschaft gibt, die Toni den Menschen mit auf den Weg geben möchte, dann ist es diese:
„Gebt nach den ersten Rückschlägen nicht auf, gebt dem Ganzen etwas Zeit, und in ein paar Jahren werdet ihr so viel wissen, dass ihr anfangen könnt, euer Wissen mit anderen Menschen zu teilen.“
Du kannst Toni auf Instagram folgen für Beiträge zu den Themen Gartenarbeit, Hühner und Selbstversorgung.
Wenn die Temperaturen steigen, spielt Wasser eine entscheidende Rolle bei der Hühnerversorgung. Bei heißem Wetter kann die Art und Weise, wie das Wasser bereitgestellt wird – Temperatur, Sauberkeit, Zugänglichkeit –, einen entscheidenden Einfluss darauf haben, wie viel die Hühner tatsächlich trinken. Wir haben uns mit Blayne Mozisek (alias The Poultry Doc, zu Deutsch: Der Geflügeldoktor) unterhalten, um ein tieferes Verständnis dafür zu gewinnen, wie wichtig Wasser für die Gesundheit von Hühnern ist, insbesondere in den heißeren Monaten.
„Wasser ist der wichtigste Nährstoff für Hühner“, sagt Blayne. „Sauberes, frisches Wasser ist wichtiger als alles andere.“
1. Anzeichen von Flüssigkeitsmangel erkennen
Eines der frühesten Anzeichen von Flüssigkeitsmangel ist bei Küken deutlich besser zu sehen.
„Die Haut um ihre Schenkel zieht sich zusammen“, erklärt Blayne. „Die Vene tritt hervor.“ Bei älteren Vögeln sind die Anzeichen subtiler – Haut, die sich nicht schnell zurückbildet, die Tiere sind weniger aktiv oder zeigen einfach nur eine Abweichung vom normalen Verhalten. In schwerwiegenden Fällen hören die Vögel möglicherweise ganz auf zu trinken, was oft ein Zeichen dafür ist, dass etwas Schwerwiegendes vor sich geht. „In kritischen Situationen, in denen Vögel kein Wasser mehr aufnehmen, liegt in der Regel ein größeres Problem vor.“
2. Ein plötzlicher Einbruch der Legeleistung hängt oft mit der Wasseraufnahme zusammen
Die Eierproduktion ist ein weitaus empfindlicherer Vorgang, als vielen Haltern bewusst ist – und hängt stark von der Flüssigkeitszufuhr ab. „Ein Ei besteht hauptsächlich aus Wasser“, sagt Blayne. „Ist die Wasserversorgung beeinträchtigt, kann es passieren, dass die Hühner nahezu sofort mit dem Legen aufhören.“ Tatsächlich wenden Tierärzte in bestimmten medizinischen Situationen manchmal eine kontrollierte Reduzierung der Wasserzufuhr an, um die Legeleistung während der Genesung eines Vogels vorübergehend zu unterbrechen. Für den Hobbyhalter lautet die Erkenntnis jedoch: Wenn die Eierproduktion bei heißem Wetter plötzlich ausbleibt, sollten als Erstes die Wasserqualität, die Temperatur und der Zugang zum Wasser überprüft werden.
3. Sauberes Wasser ist wichtiger als alles andere
Die Wasserqualität spielt für die Gesundheit der Herde eine größere Rolle, als den meisten Menschen bewusst ist. Ist das Wasser nicht sauber, kann es zu Algenwachstum kommen, was wiederum zur Bildung eines Biofilms führen kann – und dieser ist voller schädlicher Bakterien.Diese glitschige grüne Ablagerung in den Tränken ist nicht nur unangenehm – sie kann sowohl die Gesundheit der Hühner als auch die allgemeine Stallhygiene beeinträchtigen.
„Es gibt unzählige Studien, die belegen, dass Biofilme einige sehr unangenehme Keime enthalten können“, erklärt Blayne, darunter Bakterien wie Listerien.
Blayne hat einen einfachen Rat: „Wasser sauber halten, Algenbildung verhindern, Biofilm vermeiden … all das kann einen langfristigen Einfluss auf die allgemeine Gesundheit haben.“
4. Die Temperatur ist wichtig – Extreme sollten jedoch vermieden werden
Eine der häufigsten Fragen im Sommer ist, ob Hühner eiskaltes Wasser bekommen sollten. Die Antwort ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein. Blayne erklärt, dass Hühner nicht unbedingt von eiskaltem Wasser profitieren und es in manchen Fällen sogar dazu führen kann, dass sie nicht mehr so gerne trinken wollen. „Viele verbinden Wasser damit, wie wir Menschen es wollen, wenn uns heiß ist“, sagt er. „Aber das trifft nicht immer zu.“
Extrem kaltes Wasser kann abschreckend wirken, insbesondere für jüngere Vögel, während sehr warmes Wasser bei heißem Wetter ebenfalls die Wasseraufnahme verringern kann. Ideal ist stets frisches, kühles Wasser, dessen Temperatur den ganzen Tag über konstant bleibt – im Schatten, geschützt und regelmäßig aufgefüllt. Bei anhaltender Hitze kann das Hinzufügen kleiner Mengen Eis zu Omlets isoliertem Wasserspender helfen, die Temperatur zu senken. Das Ziel ist jedoch nicht, das Wasser eiskalt zu machen – sondern zu verhindern, dass es unangenehm warm wird. Hier kommt es vor allem auf Beständigkeit an: eine ganztägig konstante Versorgung mit Trinkwasser statt starker Temperaturschwankungen.
5. Elektrolyte sind nicht zwingend erforderlich – haben aber durchaus ihre Berechtigung
Betrete im Sommer ein beliebiges Agrargeschäft und du wirst dort Regale voller Elektrolytpulver und Vitaminmischungen finden, die versprechen, die Flüssigkeitszufuhr zu „fördern“. Der Poultry Doc macht jedoch deutlich, dass diese nicht immer notwendig sind. „Der Gedanke, dass man ständig Vitamine und Elektrolyte im Wasser haben muss, ist falsch.“
Es gibt jedoch bestimmte Situationen – zum Beispiel Hitzestress –, in denen sie die Genesung fördern können. „Wenn Vögel hecheln, atmen sie CO₂ aus“, erklärt er. Dies kann das innere Gleichgewicht und in manchen Fällen sogar die Eierqualität beeinträchtigen. Gelegentlich und sachgemäß eingesetzt, können Elektrolyte eine positive Rolle spielen, doch Blayne ist nicht der Meinung, dass sie die Grundlage für die Gesundheit der Herde bilden sollten.
Die wichtigsten Punkte
Die Hühnerversorgung im Sommer muss nicht kompliziert sein. Es kommt auf die Grundlagen an: sauberes Wasser, konstante Bedingungen und dafür sorgen, dass die Hühner den ganzen Tag über regelmäßig trinken. „Eine gute, saubere und ausreichende Versorgung mit frischem Wasser ist von entscheidender Bedeutung“, sagt Blayne. Und bei heißem Wetter kann es den entscheidenden Unterschied ausmachen, wie dieses Wasser kühl, sauber und zugänglich bleibt.
Weitere Tipps und Informationen zur Gesundheit von Hühnern und vieles mehr findest du auf https://thepoultrydoc.com/
Deine Hühnereinrichtung um den Isolierten Wasserspender von Omlet zu ergänzen, ist eine hervorragende Möglichkeit, um die Empfehlungen von The Poultry Doc zu beherzigen. Dank des undurchsichtigen Designs des Wasserspenders werden 99 % des Lichts blockiert, wodurch sich weder Algen noch Bakterien ansammeln können. Die Isolierung hält das Wasser kühl und frisch, und mithilfe der Wasserstandsanzeige kannst du ganz leicht erkennen, wann er nachgefüllt werden muss.
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