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Pride of Omlet: Mipit macht den Unterschied

Dieser Artikel ist Teil unserer Pride of Omlet Serie, einer Sammlung erstaunlicher Geschichten, die außergewöhnliche Haustiere ins Rampenlicht rücken und von deren Tapferkeit, Sanftmut und Intelligenz erzählen.

-Von Anneliese Paul

Mipit ist ein Begleithund für Menschen mit psychischen Erkrankungen, wie seine Besitzerin Henley. Mipit hilft Henley nicht aufzugeben, und macht es ihr möglich, unabhängig zu leben. Wer hätte nicht gerne einen Hund, der das Recycling erledigt, das Telefon beantwortet und der beste Freund ist, – komme was wolle?

Vor sechs Jahren, obdachlos und psychisch schwer beeinträchtigt, gab es für Henley plötzlich einen Hoffnungsschimmer, als ihr eine Wohnung angeboten wurde. Es führte dazu, dass sie wieder Kontakt zu ihrer Mutter und ihrem Vater aufnahm und sich mit deren Hilfe ihr Leben langsam zu bessern begann. Doch etwas fehlte immer noch, Henley brauchte einen Gefährten.

Henley ist autistisch und hatte sich schon immer einen Autismus-Begleithund gewünscht, doch inzwischen war Henley zu alt, um sich zu bewerben. Eines Tages, bei einem Besuch beim Friseur, schlug dieser Henley und ihrer Mutter vor, sich in die nahegelegene Zoohandlung nach verfügbaren Welpen zu erkundigen. Die Zoohandlung gab ihnen zwei Telefonnummern. Als Henley das Geschäft verließ, entdeckte sie im Schaufenster eine Broschüre über die Ausbildung zum Begleithund für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Henley rief die Nummern des Züchters an und brachte bald darauf ihren ersten Welpen mit nach Hause. Ein Jug (Jack Russel-Mops-Mischling), den sie Lottie nannte. Sie begann mit der Ausbildung zum Partnerhund, doch im Alter von sechs Monaten wurde Lottie von einem Rudel von Hunden angegriffen, und Henley beschloss, das Training zu unterbrechen, um ihr Zeit zur Erholung zu geben. Als es Lottie besser ging, entschied Henley, dass es gut für sie wäre, einen Freund zu haben. Also rief sie Lotties Züchter an, um zu erfahren, ob weitere Welpen unterwegs wären. Glücklicherweise war Lotties Großmutter trächtig, und bald brachte Henley den Welpen Mipit mit nach Hause.

Mipit ist ein Jug wie Lottie, den Henley ursprünglich wegen seiner ‘rebellischen’ Natur ausgesucht hatte, eine gute Entscheidung, wie sich herausgestellt hat, denn trotz seines eigenwilligen ersten Auftretens hat er bewiesen, dass er intelligent, liebevoll und loyal ist. Innerhalb weniger Wochen beherrschte Mipit Dinge, die Lottie erst nach Monaten gelernt hatte, und Henley beschloss, ihr Begleithund-Training auf Mipit zu konzentrieren.

Im Alter von einem Jahr absolvierte er ohne Schwierigkeiten sowohl die Bronze- als auch die Silberprüfung des Hundevereins. Für Gold war er noch zu jung, also begann Henley mit dem Training für Partnerhunde. In weniger als zwei Jahren hatte er alle drei Stufen abgeschlossen, während Lottie den gleichen Zeitraum gebraucht hatte, um nur eine zu absolvieren. Mipit ist instinktiv beim Training. “Er ist intuitiv, als könnte er in die Zukunft sehen”, berichtet Henley, ” als hätte er es schon erfasst, bevor man ihn überhaupt trainiert hat.”

Henley benutzt einen Rollstuhl, und Mipit ist immer neben ihr und bereit zu helfen. Er öffnet Türen, nimmt das Telefon ab und bringt den Müll raus. Er macht Dinge, die Henley zum Lachen bringen, wie Verstecken spielen unter der Bettdecke. Und er schaltet nie ab. Mipit’s Training ist anders als jedes andere Begleithund-Training. Henley hat eine Partnerschaft mit ihm entwickelt und ihn in drei speziellen Fähigkeiten ausgebildet, die einzigartig für ihre Bedürfnisse sind.

Mipits erster ganz spezieller Trick ist, sich flach auf Henleys Knie zu legen, wobei der tiefe Druck ihr gegen die Schmerzen in den Beinen hilft. Zweitens holt und apportiert er alles, – bis zu seinem eigenen Körpergewicht! Seine dritte Fähigkeit ist ein Showstopper. Wenn Henley sich irgendwie aufgeregt hat, ‘singt’ Mipit für sie, um sie zu beruhigen. Er singt oft nach dem Einkaufen im Supermarkt für Henley, um sie auf den Heimweg vorzubereiten, und so ist Mipit ist in Henleys Heimatstadt inzwischen für seinen Gesang bekannt. Manchmal wird Henley von Leuten angehalten, die fragen: “Sind Sie die mit dem singenden Hund?”, und Mipit gibt dann gerne eine kleine Vorstellung.

Letztes Jahr hat Henley ihre Mutter verloren. Dies war verheerend für Henleys psychische Verfassung. Sowohl Henley als auch ihr Vater Chris sind der Meinung, dass sie es Mipit zu verdanken haben, dass sie ein Team geblieben sind, schwierige Zeiten durchgestanden haben und ihre starke Bindung zueinander erhalten blieb. “Er zwingt uns, auf eine schöne Art und Weise zusammen zu sein. Er kuschelt mit Papa und bringt ihn zu mir, und er springt hoch und gibt mir Küsschen, wenn er weiß, dass es mir schlecht geht.”

Mipits bedingungslose und konstante Hingabe, und seine Entschlossenheit, ein Lächeln auf Henleys Gesicht zu zaubern, macht sie bereit für den Tag, – und das jeden Tag. Mit der Hilfe von Mipit und Lottie hat sich Henley seit sechs Jahren keine Selbstverletzungen mehr zugefügt und lebt jetzt in einem Bungalow mit Garten und sechs Hühnern als Gesellschaft. Bald werden sich noch zwei Kaninchen zu ihrem ganz besonderen Freundeskreis gesellen.

Henleys Vater Chris sagt: “Ich beobachte Mipit, weil er Henleys Stimmungen wahrnimmt. Wenn es ihr nicht gut geht, rückt er näher an sie heran. Es beruhigt mich, zu wissen, dass Mipit auf sie aufpasst. Er ist ein toller kleiner Kerl.”

 

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