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Warum haben Hühnereier verschiedene Farben?

Die Vorfahren aller Hühner sind die Bankivahühner, Gallus gallus, gebürtig aus Südostasien. Alle Eier des Bankivahuhns haben cremeweiße Schalen, und doch, wie jeder Hühnerhalter weiß, können die Eier von Haushennen farblich sehr variieren.


Vor vielen Jahren erkannten britische Hühnerei-Erzeuger erkannt, dass Käufer braune Eier bevorzugten und weiße verschmähten. Es wurde sogar behauptet, dass braune Eier nahrhafter seien (was nicht der Fall ist – alle Hühnereier haben den gleichen Nährwert).

Diese Tyrannei der braunen Eier aus dem Supermarkt hielt bis vor etwa 20 Jahren an, als ein Nischenmarkt für Eier spezifischer Hühnerarten geschaffen wurde. Schokoladenbraun, Blautöne und sogar das schlecht gemachte Weiß tauchten in den Regalen auf.

Aber für alle, die mit Hinterhofhühnern vertraut waren, war dies nichts Neues. Perlweiße Eier von den Sussex und Leghorn Hennen, herrliche Blautöne von Ameraucanas und Cream Legbar Hühnern, rotbraune Schönheiten von Barnevelder und Welsummer Hennen, sowie das Grünblau von Araucana und Favaucana, können alle am selben Tag im Eierkorb gefunden werden.

Aber warum existieren diese verschiedenen Farben, wenn doch die Ahnen unserer Hühner alle cremeweiße Eier gelegt haben?

Eiermalerei – der natürliche Weg

Es dauert ungefähr 26 Stunden, bis sich ein Ei in einer Henne vollständig gebildet hat. Zwanzig Stunden davon sind dem Härten und Färben der Eierschale gewidmet. Kalziumkarbonat-Schichten sorgen für die Härtung – weshalb Hühner in ihrer Ernährung viel Kalzium benötigen – und die Färbung ist auf Pigmente zurückzuführen. Kalziumkarbonat ist von Natur aus weiß, daher muss jede andere Farbe sozusagen von innen „aufgemalt“ werden.

Im Laufe der Jahrhunderte haben Züchter hunderte Arten von Hühnern geschaffen, und jede von diesen hat ein unverwechselbares Gefieder und eine charakteristische Färbung. Die Pigmente, die den Federn Farbe verleihen, gehen manchmal auch mit bestimmten Pigmenten, die zur Färbung der Eierschalen beitragen, einher.

Zum Beispiel trägt die Ameraucana das blaue Pigment Biliverdin, und dieses wird in den späteren Stadien der Entwicklung des Eies im Eileiter auf die Schale übertragen. Sowohl die Außenseite als auch die Innenseite der Schale haben die gleiche blaue Farbe.

Dies ist bei einem normalen braunen Ei nicht der Fall. Öffnen Sie eines und Sie werden feststellen, dass es innen weiß ist. Das für die Braunfärbung verantwortliche Pigment ist Protoporphyrin. Dies ist mehr oder weniger stark bei den meisten Hühnern vorhanden. Sogar cremefarbene haben einen Hauch von Protoporphyrin in ihren Schalen. Hühner, die einen Überschuss des Pigments tragen – wie Delaware und Marans – produzieren fabelhafte schokoladenbraune Eier.

Viele Hühner legen braune Eier gesprenkelt mit dunkleren braunen Flecken und Streifen. Die Neera und Welsummer Hennen sind gute Beispiele dafür. Der Effekt wird dadurch verursacht, dass sich das Ei dreht, während es durch den Eileiter wandert, und ist auch ein häufiges Merkmal der Eiern vieler Wildvogelarten. Es sind Details wie diese, die es den Besitzern ermöglichen, Eier von ihren einzelnen Hühnern zu erkennen (also zumindest in einer kleinen Herde!).

Wenn Die beiden Pigmenttypen – Blau und Braun – miteinander vermischt werden, ist das Ergebnis eine grünlich blaue oder olivgrüne Farbe. Wenn das braune Pigment hell ist, wie im Favaucana und Araucana, sind die Eier ein weiches grünliches Blau. Mit einem dunkleren braun in der Mischung wird die olivgrüne Farbe intensiver, wie bei dem treffend benannten Olive Egger.

Welche Farbe haben die Ohrläppchen Ihrer Hühner?

Es kann ein Schock sein, zu erfahren, dass Hühner Ohrläppchen haben. Noch überraschender ist es wahrscheinlich zu hören, dass diese einen Hinweis auf die Farbe der Eierschalen geben.

Die Ohrläppchen sind offensichtlich, sobald auf sie hingewiesen wird. Hühner haben drei Arten von “Lappen” – den roten Kamm, die wackeligen Kehllappen am Hals und die an der Seite des Kopfes nach hinten – eben die Ohrläppchen.

Weiße Ohrläppchen findet man bei Hühnern mit weißem oder sonst hellem Gefieder. Diese Vögel haben eine relativ geringe Mengen an Pigment, daher die hellen Federn. Die gleiche Regel gilt für die Eier – kein Pigment und damit weiße Eier. Hingegen legen Hühner mit braunen oder rötlichen Ohrläppchen braune Eier und Hühner mit glänzend crem-oder perlmutt-weißen Ohrläppchen blaue Eier.

Heutzutage sind es ironischerweise die nicht standardmäßigen braunen Eier, die die höheren Preise in den Geschäften erzielen, aber wenn die Eier von Hennen aus biologischer Gras- und Freilandhaltung mit ihren goldenen Eidottern einmal nebeneinander in der Pfanne brutzeln, kann keiner mehr sagen, welche Schale welches Ei produziert hat. Wenn es um Hühnereier geht, liegt die Schönheit in der Tat im Auge des Betrachters – und im Ohrläppchens des Huhns!


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