Wir fragen. Wir erfinden: die Geschichte hinter dem Isolierten Wasserspender für Hühner


Den meisten Hühnerhaltern kommt diese Routine bekannt vor – an Wintermorgen das Eis aufbrechen, an heißen Sommernachmittagen Eiswürfel nachfüllen. Algen entfernen. Wasser nachfüllen, das fünf Minuten später bereits wieder schmutzig aussieht.
Als Omlet anfing, mit Hühnerhaltern auf der ganzen Welt zu sprechen, kamen diese Frustrationen immer wieder zur Sprache. Was als Gespräch über gefrorenes Wasser begann, offenbarte schnell eine größere Herausforderung: das Wasser das ganze Jahr über sauber, zugänglich und für Hühner attraktiv zu halten.
In den folgenden zwei Jahren führte diese Herausforderung zu Kundenbesuchen in den USA und im Vereinigten Königreich sowie zu Hunderten von Produkttestern, unzähligen Prototypen und einigen überraschend extremen Temperaturtests. Hier ist die Geschichte, wie Rebecca, Managerin für Produktforschung, und Josh, Designleiter, Hunderte von Gesprächen mit Hühnerhaltern in Omlets Isolierten Wasserspender für Hühner umsetzten.
Das Warum

Mit Rebecca, Managerin für Produktforschung
Jedes Omlet-Produkt beginnt auf die gleiche Weise: mit einer Frage. Die lautet aber nicht „Was sollten wir als Nächstes machen?, sondern „Womit haben Hühnerhalter zu kämpfen?“
Für den Isolierten Wasserspender begann dieser Prozess im Jahr 2023. Rebecca und das Forschungsteam besuchten Hühnerhalter im Vereinigten Königreich und in den USA, sprachen online mit Kunden, sammelten Feedback durch Umfragen und arbeiteten eng mit Omlets Produkttest-Communitys zusammen.
„Wir beginnen damit, den Menschen, die ihre Hühner am besten kennen, aufmerksam zuzuhören. Manchmal kann schon eine einzige Bemerkung, eine Routine, ein frustrierender Moment oder ein kleiner Trick den Weg zu einer viel tieferen Erkenntnis ebnen.“ Das Team besuchte etwa 20 bis 30 Hühnerhalter persönlich und sammelte darüber hinaus Feedback von vielen Hunderten mehr – durch Omlets Neugieriges Kollektiv, durch Umfragen und von Produkttestgruppen.
Ein Thema kam immer wieder auf: Wasser.
Es ging nicht nur um die Bereitstellung des Wassers, sondern auch darum, es sauber, frisch und auf der richtigen Temperatur zu halten. Zunächst lag der Schwerpunkt noch auf dem Winter. Die Hühnerhalter teilten dem Team mit, dass sie sich Sorgen machten, das Wasser könnte gefrieren – insbesondere, wenn sie nicht zu Hause waren oder sich bei der Versorgung ihrer Schar auf jemand anderen verlassen mussten. Viele hatten in der Nähe ihres Stalls oder Auslaufs keinen Zugang zu Strom, sodass beheizte Tränken nicht in Frage kamen. Doch im Laufe weiterer Recherchen tauchte eine zweite Herausforderung auf …
„Im Sommer haben viele Hühnerhalter Schwierigkeiten, das Wasser kühl, frisch und sauber zu halten. Manche geben Eiswürfel hinzu, während andere mit Algen zu kämpfen haben, wenn die Tränken in der direkten Sonne stehen.“ Was als Winterproblem begann, wurde schnell zu einer ganzjährigen Herausforderung.
Wonach haben Hühnerhalter gesucht?
Je tiefer Rebeccas Team recherchierte, desto deutlicher zeichnete sich ein Bild ab. Hühnerhalter wollten nicht einfach nur einen Wasserbehälter. Sie wollten eine Lösung, die:
- das Wasser länger sauber hält
- dazu beiträgt, das Algenwachstum zu reduzieren
- auch auf unebenem Boden stabil steht
- sich leicht reinigen und nachfüllen lässt
- sowohl im Sommer als auch im Winter zur Temperaturregulierung beiträgt.
„Es wurde deutlich, dass es keine Lösung gab, die saubereres Wasser über einen längeren Zeitraum mit einer Unterstützung der Temperaturregulierung verband.“

Erwarten. Suchen. Entdecken.
Bei Omlet basiert jedes Produkt-Briefing auf drei Prinzipien:
Erwarten – Die Grundlagen brillant meistern.
Suchen – Die Probleme verstehen, bei deren Lösung Hühnerhalter aktiv Hilfe suchen.
Entdecken – Etwas liefern, von dem die Menschen vielleicht gar nicht wissen, dass sie es brauchen, bis sie es erlebt haben.
Erst als diese Bedürfnisse klar verstanden worden waren, wurde die Herausforderung ans Designteam übergeben.
Das Wie
Mit Josh, Designleiter
Nachdem das Team das Problem verstanden hatte, waren Omlets Designer an der Reihe, eine Lösung zu finden.
Die größte Herausforderung? Eine Tränke zu entwerfen, die im Sommer das Wasser kühler hält und im Winter dafür sorgt, dass es langsamer gefriert – und das ganz ohne Strom.
„Das Wasser wird stets versuchen, sich der Außentemperatur anzupassen. Die Isolierung bildet eine Barriere und verlangsamt diese Anpassung.“

Die erste Idee hat nicht funktioniert
Wie so viele Produkte hat auch der Isolierte Wasserspender nicht auf Anhieb sein endgültiges Design erhalten. In frühen Entwürfen wurden doppelwandige Konstruktionen untersucht, bei denen die Isolierung auf eingeschlossener Luft beruhte. „Wir haben versucht, Luft und eine doppelwandige Konstruktion allein zu nutzen, aber das war nicht gut genug.“ Zwar schnitt das Design etwas besser ab als eine herkömmliche Tränke, doch die Ergebnisse reichten nicht aus, um die Ziele des Teams zu erreichen.
Nachdem das Team verschiedene Optionen geprüft hatte, entschied es sich für eine per Schaumstoff isolierte Doppelwandkonstruktion, bei der eine etwa 2,5 cm dicke Isolierung dazu beiträgt, den Wärmeaustausch zwischen dem Wasser und der Außenumgebung zu verlangsamen.
Auf die Probe gestellt
Ein Produkt zu entwerfen ist eine Sache. Sicherzustellen, dass es in der Praxis funktioniert, ist eine andere. Einige der frühesten Versionen des Isolierten Wasserspenders wurden in Omlets Hauptsitz im 3D-Druckverfahren hergestellt und an kleine Testergruppen verschickt, um Feedback einzuholen. „In dieser Phase nehmen wir in der Regel die meisten Änderungen vor. Manchmal kann ein einzelner Anwendungsfall die Richtung eines Projekts verändern.“
Im Laufe der Weiterentwicklung des Designs wurden die Tests auf verschiedene Länder, Klimazonen sowie verschiedene Arten von Hühnereinrichtungen ausgedehnt. Vor der Markteinführung testeten mehr als 300 Hühnerhalter im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Frankreich, Australien und den USA den Wasserspender. Das Team sammelte Feedback zu allen Aspekten – von der Montage und Reinigung über die Stabilität und Benutzerfreundlichkeit bis hin zum Verhalten der Hühner im Umgang mit dem Produkt.
Neben den Tests unter realen Bedingungen wurden die Wasserspender auch strengen Labortests unterzogen. In temperaturgeregelten Kammern wurden sie Bedingungen von -20 °C bis knapp 38 °C ausgesetzt und mit vergleichbaren, nicht isolierten Tränken verglichen. Jeder Test wurde mehrfach wiederholt, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse die realen Bedingungen widerspiegelten. Das Ergebnis war eindeutig.

„Der Isolierte Wasserspender schnitt durchweg vier- bis fünfmal besser ab als vergleichbare, nicht isolierte Tränken.“ Josh sagt, die Ergebnisse zu sehen, sei einer der lohnendsten Aspekte des Projekts gewesen. „Es war wirklich interessant zu sehen, wie stark sich die Isolierung auf die Wassertemperatur auswirkte.“
Warum ist die Wassertemperatur wichtig?
Das Wasser auf einer angenehmen Temperatur zu halten, ist nicht nur eine Frage der Zweckmäßigkeit. Es geht darum, die Hühner zum Trinken zu animieren. „Hühner sind etwas wählerisch. Sobald die Wassertemperatur außerhalb ihres bevorzugten Temperaturbereichs liegt, trinken sie weniger.“ Vor allem an heißen Tagen kann es zu einer besseren Flüssigkeitszufuhr beitragen und die Hühner dazu anregen, den ganzen Tag über mehr zu trinken, wenn das Wasser länger kühl bleibt.
Jede Funktion dient einem Zweck
Viele der endgültigen Designmerkmale lassen sich direkt auf die Herausforderungen zurückführen, auf die Rebeccas Team im Rahmen der Recherche gestoßen ist.
- Um das Algenwachstum einzudämmen, schränkt der Behälter den Lichteinfall ein.
- Um das Wasser länger sauber zu halten, werden Wasservorrat und Trinkbereich getrennt gehalten
- Um die Stabilität zu verbessern, verfügt der Wasserspender über einen stativartigen Standfuß.
- Und für noch mehr Flexibilität lässt er sich auch aufhängen.
Jedes Detail hat seinen Grund.
Wir hören nie auf zuzuhören
Obwohl der Isolierte Wasserspender mittlerweile in Hühnerausläufen auf der ganzen Welt im Einsatz ist, ist der Entwicklungsprozess noch nicht abgeschlossen. Kundenfeedback, Bewertungen und Erfahrungen aus der Praxis fließen weiterhin in zukünftige Verbesserungen und Innovationen ein.
„Wir sprechen nicht nur zu Beginn mit den Menschen und verschwinden dann in der Produktentwicklung. Wir kommen im Laufe des gesamten Prozesses immer wieder auf sie zurück, um unsere Überlegungen zu überprüfen, neue Erkenntnisse zu gewinnen und sicherzustellen, dass das Produkt auch wirklich ihren Bedürfnissen entspricht.“
Denn die besten Produkte werden nicht für Hühnerhalter entwickelt. Sie werden mit ihnen entwickelt.
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