Hühnerhaltung für Anfänger: Ausgewachsene Hühner oder Küken?
Ganz gleich, ob du regelmäßig mit frischen Eiern versorgt werden möchtest oder einfach die Freude genießen möchtest, mit der Hühner den Garten füllen – die allererste Entscheidung, die du treffen musst, lautet: Soll ich mit Küken oder gleich mit ausgewachsenen Hühnern anfangen? Für die meisten Anfänger lautet die Antwort: Ausgewachsene Hühner. Insbesondere Junghennen (junge Hennen, die kurz vor Legebeginn stehen) bieten den einfachsten, schnellsten und sichersten Einstieg in die Hühnerhaltung. Allerdings hat jede Option seinen eigenen Reiz, und die richtige Wahl hängt von deinen Plänen und deinem Zeitplan ab, aber auch davon, wie viel Zeit du bereit bist, in ihre Pflege zu investieren.
Hier ist alles, was du wissen musst, bevor du dich entscheidest.

Sollten Anfänger mit Küken oder ausgewachsenen Hühnern beginnen?
Für die meisten Anfänger ist es besser, mit ausgewachsenen Vögeln zu beginnen. Hier erfährst du die Gründe dafür.
Küken sind zweifellos einfach entzückend, erfordern in den ersten Lebenswochen jedoch viel praktische Pflege. Du benötigst eine Aufzuchtbox, eine Wärmequelle, eine Temperaturüberwachung und spezielles Kükenfutter. Außerdem sind sie recht zerbrechlich. Sie reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen und sind eine leichte Beute für Raubtiere. Hinzu kommt, dass es vom Schlüpfen bis zum ersten Ei etwa fünf Monate dauert, was eine längere Wartezeit bedeutet, wenn du dir eine eigene Herde für frische Eier wünschst.
Mit ausgewachsenen Hennen ist das ganz anders. Sie sind robust, weitgehend selbständig und beginnen in der Regel schon wenige Wochen nach der Eingewöhnung in ihrem neuen Zuhause mit dem Eierlegen. Richte einen guten Hühnerstall mit Auslauf für deine Hühner ein, lass sie einziehen, und schon kann es losgehen.
Fazit: Anfänger können durchaus Küken aufziehen, sollten dies aber mit offenen Augen angehen. Wenn dein Hauptziel die stressfreie Haltung einer gesunden und produktiven Herde ist, dann sind Junghennen für den Einstieg die klügere Wahl.
Was sind Junghennen und warum solltest du dich für sie entscheiden?
Eine Junghenne ist in der Regel etwa 16 bis 20 Wochen alt und steht kurz davor, mit dem Eierlegen zu beginnen. Sie ist voll befiedert, geimpft und bereit, direkt in ihr neues Zuhause einzuziehen, ohne dass die intensive Pflege, die Küken in der Anfangsphase benötigen, erforderlich ist.
Die praktischen Vorteile
- Keine Aufzuchtbox erforderlich. Wärmelampen, Temperaturkontrollen und spezielles Kükenstarterfutter sind allesamt nicht notwendig.
- Vom ersten Tag an bereit für das Leben im Freien. Richte dein begehbares Gehege und den Hühnerstall ein, setze deine Junghennen hinein und gib ihnen Zeit zum Einleben.
- Eier innerhalb weniger Wochen. Die meisten Junghennen beginnen kurz nach der Eingewöhnung in ihre neue Umgebung mit dem Eierlegen.
- Weibliche Hühner garantiert. Seriöse Anbieter verkaufen Junghennen, deren Geschlecht bestimmt wurde, sodass keine Gefahr besteht, dass man am Ende Hähne hat, die man nicht halten kann.
- Leicht zu finden. Junghennen sind auf örtlichen Bauernhöfen, bei einigen Agrarhändlern sowie bei Hühnerzüchtern zu finden, meist im Frühjahr und Frühsommer.
Wann Küken sinnvoll sind
Der einzig gute Grund, Küken statt Junghennen zu wählen, ist, wenn man bewusst die Erfahrung machen möchte, Vögel von klein auf aufzuziehen. Die Handaufzucht von Küken schafft eine starke Bindung, und viele Halter empfinden dies als sehr bereichernd. Auch Familien mit Kindern haben oft viel Freude daran.
Wenn jedoch frische Eier und ein unkomplizierter Einstieg in die Hühnerhaltung Priorität haben, sind Junghennen die ideale Wahl für Anfänger.
Gerettete Hennen adoptieren: Eine lohnende Alternative
Eine Möglichkeit, die neue Hühnerhalter oft übersehen, ist die Aufnahme von geretteten Hennen – dies ist einer der schönsten Wege, die man einschlagen kann.
Bei diesen Vögeln handelt es sich in der Regel um Hennen aus kommerzieller Haltung, die von der Agrarindustrie als nicht mehr produktiv eingestuft wurden. Die meisten werden im Alter von etwa 18 Monaten ausgemustert, obwohl sie oft noch weitere 18 Monate oder länger legen könnten. Es gibt jedoch Organisationen und Vereine, die im Internet zu finden sind, die sich intensiv dafür einsetzen, diesen Tieren ein neues Zuhause zu vermitteln, bevor sie zum Schlachter geschickt werden.
Was dich erwartet, wenn deine geretteten Hennen bei dir ankommen
Gerettete Hennen können anfangs etwas mitgenommen aussehen. Fehlende Federn, schüchternes Verhalten und blasse Kämme sind nach einem Leben in Massentierhaltung keine Seltenheit. Mach dir aber keine Sorgen. Mit gutem Futter, sauberem Wasser und ausreichend Platz werden sie eine bemerkenswerte Verwandlung durchgehen.
Innerhalb weniger Wochen sind die meisten geretteten Hennen kaum wiederzuerkennen. Die Federn wachsen nach, ihre Persönlichkeiten kommen zum Vorschein, und im Legenest tauchen die ersten Eier auf. Es ist wirklich eine der erfüllendsten Erfahrungen in der Hühnerhaltung.
Ein paar nützliche Informationen:
- Gerettete Hühner, die von seriösen Organisationen vermittelt werden, werden vor der Vermittlung gesundheitlich untersucht, sodass schwerwiegende Gesundheitsprobleme unwahrscheinlich sind.
- Sie sind in der Regel kostenlos oder gegen eine kleine Spende erhältlich, was sie zu einer der günstigsten Möglichkeiten zur Anschaffung von Hühnern macht.
- In den verbleibenden Jahren ihrer Legezeit werden sie dir weiterhin etwa 4 bis 5 Eier pro Woche schenken.

Was du vor dem Kauf von Küken wissen solltest
Wenn du die Erfahrung machen möchtest, Küken aufzuziehen, gibt es ein paar Dinge, die du im Vorfeld wissen solltest.
Geschlechtsbestimmung: der wichtigste Aspekt, den es zu beachten gilt
Bei Küken gibt es keine offensichtlichen äußerlichen Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen. Alle Vögel, die als „gemischtgeschlechtlich“ verkauft werden, sind eine unsortierte Mischung beider Geschlechter, etwa im Verhältnis von 50:50. Da die meisten Hobbyzüchter keine Hähne wollen, ist es am sichersten, geschlechtsbestimmte Küken auf einem Geflügelhof oder bei einem Züchter zu kaufen, der bestätigen kann, dass es sich um weibliche Vögel handelt.
Vor dem Kauf solltest du die für deinen Kreis gültigen Vorschriften bezüglich der privaten Hühnerhaltung prüfen. Für die Haltung von Hähnen könnte es möglicherweise Einschränkungen aufgrund der Lärmbelästigung geben. Falls dein gewünschter Anbieter keine nach Geschlecht sortierten Küken anbietet, lohnt es sich, zu warten, bis diese verfügbar sind, anstatt eine Herde zu kaufen, die möglicherweise männliche Tiere enthält, die du nicht halten darfst.
Wo man Küken kaufen kann
Da die meisten Züchter ihre Küken im späten Winter und im frühen Frühjahr anbieten, lohnt es sich, vorausschauend zu planen. Trage dich frühzeitig in die Wartelisten ein. Züchterverzeichnisse im Internet sind eine gute Anlaufstelle oder frage im lokalen Agrarhandel oder auch auf regionalen Bauernmessen nach.
Sei ehrlich, was deinen Terminkalender angeht
Küken brauchen in den ersten Wochen regelmäßige Pflege. Wenn du häufig unterwegs bist oder eine besonders arbeitsreiche Zeit vor dir hast, lohnt es sich, zu warten, bis dein Terminkalender es zulässt, dass du vor Ort sein kannst. Die Aufzuchtphase ist zwar kurz, erfordert aber deine Anwesenheit.

Aufzuchtbox für Küken einrichten
Eine Aufzuchtbox ist ein warmer, umschlossener Raum, in dem die Küken die ersten vier bis fünf Wochen verbringen werden. Sie muss nichts Ausgefallenes sein.
Was du benötigst
Ein großer Karton oder eine Aufbewahrungsbox aus Kunststoff eignet sich hervorragend als Aufzuchtbox. Die wichtigsten Aspekte sind Wärme, Belüftung und Schutz vor Zugluft.
Wärmequelle und Platz
Verwende eine Wärmeplatte oder eine rote Wärmelampe anstelle einer weißen. Weiße Lampen strahlen ein konstantes Licht aus, das die Küken stresst und zum Federpicken verleitet. Deine Küken zeigen dir, ob die Temperatur stimmt: Wenn sie sich direkt unter der Wärmequelle zusammenkauern, ist ihnen kalt; wenn sie sich an den Rand der Aufzuchtbox drängen, ist es ihnen zu warm. Richte dich nach der folgenden Tabelle für die wöchentlichen Temperaturwerte:
- 1. Woche: 35 °C
- 2. Woche: 32 °C
- 3. Woche: 29 °C
- 4. Woche: 27 °C
- 5. Woche: 24 °C oder Außentemperatur
Senke die Temperatur jede Woche um etwa 3 °C, bis sie der Außentemperatur entspricht und deine Küken soweit sind, nach draußen umzuziehen.
Rechne mindestens 39 cm² pro Küken ein und vergrößere den Platz, wenn die Küken wachsen. Decke die Oberseite mit Drahtgeflecht ab, um die Luftzirkulation zu gewährleisten und zu verhindern, dass die Küken herausspringen, nachdem sich ihre Flügel entwickelt haben.
Die Küken nach draußen umsiedeln
Ab einem Alter von etwa zwei Wochen können Küken unter Aufsicht kurze Zeit im Freien verbringen, sofern die Temperatur mindestens 18 °C beträgt und es trocken ist. Mit etwa 12 Wochen können sie dauerhaft in einen Außenstall mit Auslauf umziehen. Ein Eglu Go Hühnerstall ist in dieser Phase eine hervorragende Option, da er leicht zu reinigen und von Anfang an vor Raubtieren geschützt ist. Entferne zunächst das Sitzstangengitter aus dem Inneren des Stalls, bis die Küken groß genug sind, um sicher darauf sitzen und darüber laufen zu können, und lege reichlich Einstreu aus, um die Küken warm zu halten.
Eigene Hühner aus Bruteiern aufziehen
Für erfahrene Halter, die noch einen Schritt weiter gehen möchten, ist die Aufzucht eigener Hühner aus Bruteiern eine äußerst erfüllende Alternative. Allerdings erfordert dies mehr Planung und Ausrüstung, sodass es vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt ist, wenn dies deine erste Herde ist. Hier erfährst du alles Wissenswerte, falls du dies in Erwägung ziehst.
Was du für den Anfang benötigst
Bruteier können online bei spezialisierten Portalen bestellt oder von spezialisierten Züchtern und Höfen gekauft werden. Oder nimm einen Hahn in deine Herde auf, der sich mit den Hennen paart und auf natürliche Weise im Rahmen des Herdenalltags für befruchtete Eier sorgt.
Du hast nun zwei Möglichkeiten:
Überlasse einer brütenden Henne die Arbeit. Wenn eine deiner Hennen brütig wird (das heißt, sie ist fest entschlossen, Eier auszubrüten), kannst du der Natur ihren Lauf lassen. Eine brütende Henne kommt in der Regel mit 10 bis 12 Eiern zurecht und dreht diese regelmäßig, ohne dass du ihr dabei helfen musst. Dies ist bei weitem die einfachste Methode zum Ausbrüten.
Verwende einen Brutapparat. Wenn du keine brütige Henne hast oder mehr Kontrolle über den Prozess möchtest, ist die Alternative ein Brutapparat. Einige moderne Brutapparate übernehmen sowohl die Temperaturregelung als auch das automatische Wenden der Eier, was den Prozess für Anfänger im Eier ausbrüten erheblich vereinfacht.
Der Schlupfprozess
Nach 21 Tagen beginnen die Küken zu schlüpfen. Dieser Vorgang kann bis zu 24 Stunden pro Küken dauern und sollte niemals beschleunigt oder gestört werden. Widerstehe dem Drang, einem Küken aus der Schale zu helfen; sich aus dem Ei zu befreien, ist Teil seiner Entwicklung.
Ein wichtiger Punkt, den du berücksichtigen solltest: Wenn du deine eigenen Küken ausbrütest, erhältst du eine Mischung aus männlichen und weiblichen Vögeln. Überlege dir schon vor Beginn, was du mit den Hähnen machen willst – es kann schwierig sein, ein neues Zuhause für sie zu finden, daher solltest du dir schon im Voraus darüber Gedanken machen.
Welche Option ist die richtige für dich? Eine kurze Zusammenfassung
Hier ist eine kurze Zusammenfassung, die dir bei der Entscheidung helfen kann:
- Entscheide dich für Junghennen, wenn du möglichst bald frische Eier haben möchtest, noch keine Erfahrung in der Hühnerhaltung hast und einen pflegeleichten Einstieg in dieses Hobby möchtest.
- Entscheide dich für gerettete Hennen, wenn du nach einer erschwinglichen und lohnenden Option suchst und bereit bist, in den ersten Wochen etwas mehr Zeit und Mühe zu investieren.
- Entscheide dich für Küken, wenn du unbedingt die Erfahrung machen möchtest, Vögel von klein auf großzuziehen, du die Zeit hast, dich intensiv um sie zu kümmern, und bereit bist, auf die ersten Eier zu warten.
- Entscheide dich für Bruteier, wenn du ein erfahrener Halter bist, der seine Herde vergrößern oder neue Linien einbringen möchte, und du über den nötigen Platz und die Zeit dafür verfügst.

Omlet und deine Hühnerschar
Egal, welchen Weg du einschlägst: Die richtige Unterbringung ist das Wichtigste, was du für deine Herde tun kannst. Unsere Hühnerställe und begehbaren Gehege machen die Hühnerhaltung wirklich einfach – ganz gleich, ob du Junghennen, gerettete Hühner oder eine Schar flauschiger Küken bei dir aufnimmst. Außerdem bieten wir fachkundige Ratgeber für jede Phase im Leben deiner Herde, damit du die Hühnerhaltung vom ersten Tag an mit Zuversicht angehen kannst.
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