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Können verschiedene Hühnerrassen miteinander auskommen?

Alle heutigen Hühnerrassen stammen von denselben Vorfahren ab, – dem asiatischen Dschungelhuhn. Hühner kommen daher, ungeachtet der Züchtung, meist gut miteinander aus. Hierbei gibt es jedoch ein paar Ausnahmen.

Wenn eine neue Henne in eine Herde eingeführt wird, muss sie etwa eine Woche lang von den anderen Hühnern getrennt werden, bis sich alle Vögel aneinander gewöhnt haben. Danach wird sie ihren natürlichen Platz in der Hackordnung finden, was in den ersten Tagen ein wenig Mobbing und Zankerei mit sich bringen kann. Dies ist jedoch alles sehr natürlich und hat nichts mit Fehden zwischen bestimmten Rassen zu tun.

Gelegentlich streitet sich eine Henne auch mit einer anderen ganz ohne ersichtlichen Grund, und manchmal wird das schwächere Huhn vom aggressiveren Vogel belästigt und gepickt. Wenn diese Situation nach der Einführung der neuen Henne mehr als drei Tage anhält, müssen die zwei Kämpfer möglicherweise getrennt werden.

Welche Hühnerrassen sind aggressiv?

Einige Hühner sind selbstbewusster und durchsetzungsfähiger als andere, aber das macht sie nicht aggressiv. Aggression ist gewöhnlich das Ergebnis der Umgebung – z. B. schlechter Lebensbedingungen – , oder eines visuellen Reizes. Das Mobbing eines Huhns dauert in der Regel nur dann länger als ein paar Tage, wenn die neue Henne ein ungewöhnliches Federkleid am Kopf aufweist. Die ausgefallene Federkrone bei den Rassen Araucana, Houdan, Polen, Silkie und Sultan, ist für manche Hennen wie das rote Tuch für einen Stier.

Die Gründe für diese Aggression sind rein instinktiv. Hühner reagieren auf die Größe der Kämme ihrer Artgenossen, und es gibt Anzeichen dafür, dass Hennen mit größeren Kämmen dazu neigen, die Hackordnung zu dominieren. Dominante Hühner werden daher jede Newcomerin mit einem großen Kamm herausfordern, um ihre eigene Dominanz zu beweisen und ihren Rang zu behaupten.
Niemand ist sich jedoch wirklich sicher, wie sich der visuelle Reiz bei Rassen mit Federkronen auswirkt. Ein Huhn mit Federn auf dem Kopf wird von den anderen Hennen wahrscheinlich als eines von zwei Dingen beurteilt: entweder als ein Vogel mit einem sehr großen Kamm, der eine Bedrohung darstellt, oder als ein Huhn, das überhaupt keinen Kamm hat, was es zu ‘Freiwild’ für gewisse Schikanen macht. Wie auch immer eine Henne es betrachtet, der Neuankömmling mit der Federkrone ist eine direkte Herausforderung für die dominanten Vögel.

Hühner mit fantastischen Federn am Kopf haben einen zusätzlichen Nachteil; weil ihnen das Gefieder oft über die Augen hängt, erkennen sie einen bevorstehenden Angriff oft nicht gleich. Dies kann zu unerwarteten Schnabel-Hieben und Verletzungen führen.

Andere Ursachen für Hühner-Mobbing

Gelegentlich führen auch andere ungewöhnliche Federn zu Schikanen bei Hühnern, wie z.B. die gefiederten “Hosen” der Faverolles. Im Allgemeinen ist dies jedoch kein Problem, und diese Rasse sollte mit Ihren anderen Hennen generell gut auskommen.

Manchmal wird auf neuen Hühnern ohne ungewöhnlicher Federn oder eigentümlicher Kämme herumgehackt, weil nur sie einer anderen Rasse angehören als alle anderen Hennen in der Herde. Das Mobbing scheint einfach deshalb zu erfolgen, weil das neue Huhn anders aussieht als die anderen Hennen. Dies ist jedoch ein ungewöhnliches Phänomen, und das Problem verschwindet, wenn es sich bei Ihren bestehenden Hennen um eine gemischte Herde handelt.

Kommt es zwischen Hühnern zu Bindungen?

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, verschiedene Rassen zu mischen. Es hilft sowohl bei der Hackordnung als auch der allgemeinen Bindung unter Hühnern, da verschiedene Rassen unterschiedliche Temperamente haben. Es ist wahrscheinlicher, dass es in einem Gehege mit Hühnern einer einzigen Art zu Zankereien kommt, wenn sie aufgrund Ihrer Rasse alle entweder gleich durchsetzungsfähig und dominant, oder alle gleich scheu und untergeben sind, denn dies macht es schwieriger, eine Hackordnung festzulegen.

Die Körpergröße einer Henne hat keinen Einfluss darauf, wie sie behandelt wird. Ein zierliches Bantam kann sich gut mit einem bulligen Sussex vertragen, und ein Hahn wird seinen Hennen, unabhängig von deren Rasse, respektvoll begegnen. In den weitaus überwiegenden Fällen werden sich die Vögel alle gut miteinander vertragen.

Es gibt jedoch verschiedene praktische Überlegungen bei der Haltung einer gemischten Herde. Einige Hühner fühlen sich bei kaltem Wetter besonders wohl, während andere nicht so robust sind. Auch das Alter kann ein Thema sein, wenn Sie die Zahl der Veränderungen in Ihrer Hühnerherde möglichst gering halten wollen.
Wenn Ihre Hühner alle eine ähnliche Lebensdauer haben und Sie sie zur gleichen Zeit gekauft haben, werden Sie wahrscheinlich auch die nächsten Generation von Legehennen im gleichen Jahr kaufen. Dies verhindert ständige Neueinführungen und die damit verbundenen Variationen in der Hackordnung.

Welche Hühnerrassen vertragen sich am besten?

Einige Rassen sind von Natur aus freundlich, und es ist weit weniger wahrscheinlich, dass Hühner dieser Rassen anfangen, sich gegenseitig zu schikanieren. Zu den super entspannten ‘Hinterhofhühnern’ gehören Australorps, Cochins, Easter Eggers, Rhode Island Reds, Silkies, Sussex und Wyandottes.

Ein weiterer Faktor, um eine Herde glücklich und friedfertig zu halten, ist, ihr viel Platz zur Verfügung zu stellen und somit ‘Kabinenfieber’ unter den Hühnern zu vermeiden. Je mehr Platz Sie den Hennen im Gehege bieten, desto geringer ist die Gefahr, dass sie sich gegenseitig tyrannisieren, und desto wahrscheinlicher ist es, dass sie miteinander auskommen werden.

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